Jahressteuergesetz 2024: Wichtige Änderungen für Immobilieneigentümer und Kaufinteressenten

Christian Stangl • 28. November 2024

Das Jahressteuergesetz 2024 bringt zahlreiche Neuerungen, die Immobilieneigentümer und Kaufinteressenten betreffen. Mit den Anpassungen der steuerlichen Rahmenbedingungen sollen Nachhaltigkeit und Effizienz in der Immobilienbranche gefördert werden. Hier die zentralen Änderungen im Überblick.

Optimierte Abschreibungsmöglichkeiten

Die steuerliche Behandlung von Abschreibungen wurde verbessert. Nach Ablauf von Sonderabschreibungen, etwa für Mietwohnungsneubauten, kann die weitere Abschreibung künftig auf Basis des Restwerts und eines festen Prozentsatzes erfolgen. Diese Regelung gilt rückwirkend ab dem Steuerjahr 2023. Voraussetzung ist, dass die Abschreibung bereits zuvor degressiv nach den neuen Vorgaben durchgeführt wurde.

Grundsteuer: Nachweis eines geringeren Werts

Immobilienbesitzer können einfacher einen niedrigeren Wert ihres Grundstücks gegenüber dem festgesetzten Grundsteuerwert geltend machen. Der sogenannte gemeine Wert ist dabei entscheidend. Ein Kaufpreis, der innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Hauptfeststellungszeitpunkt erzielt wurde, kann hierfür als Beleg dienen.

Neue Wohngemeinnützigkeit

Ab dem 1. Januar 2025 wird die Förderung wohngemeinnütziger Zwecke steuerbegünstigt. Ziel ist es, gemeinnützigen Wohnprojekten mehr Spielraum zu geben und den sozialen Wohnungsbau zu stärken.

Photovoltaikanlagen: Erhöhte Steuerfreigrenze

Die Förderung von Photovoltaikanlagen wurde ausgeweitet. Ab 2025 gelten Anlagen bis 30 kW peak pro Wohn- oder Gewerbeeinheit als steuerfrei. Diese Freigrenze gilt auch für Gebäude ohne Wohneinheiten, was vor allem für Unternehmen relevant ist. Wichtig: Eine Versteuerung erfolgt nur bei Überschreiten der Freigrenze.

Bauleistungen: Elektronische Antragstellung wird Pflicht

Ab 2026 müssen Bauunternehmen den Erstattungsantrag für den Steuerabzugsbetrag elektronisch stellen. Ausnahmen gelten nur in Härtefällen. Diese Digitalisierung soll die Verwaltung vereinfachen und beschleunigen.

E-Bilanz: Ausgeweitete Übermittlungspflichten

Die elektronische Übermittlungspflicht für steuerliche Bilanzen wird ausgeweitet. Ab 2025 müssen zusätzlich Kontennachweise und Anlagenverzeichnisse eingereicht werden. Für diese neuen Anforderungen gelten Übergangsfristen bis 2027.

Gewerbesteuer: Änderungen bei Grundbesitzkürzungen

Ab 2025 knüpft die Kürzung der gewerbesteuerlichen Grundbesitzkosten an die tatsächlich gezahlte Grundsteuer. Diese Anpassung schafft mehr Transparenz und verhindert den Missbrauch von Steuervergünstigungen.

Grunderwerbsteuer: Gesetzliche Klarstellungen

Ein neues Gesetz schließt Lücken bei der Zuordnung von Grundstücken zum Gesellschaftsvermögen. Ziel ist es, missbräuchliche Gestaltungen bei Immobilienübertragungen zu verhindern. Die Regelungen treten mit der Verkündung des Gesetzes in Kraft.

Erleichterungen bei Erbschafts- und Schenkungssteuer

Die Steuerstundung bei geerbtem oder geschenktem Wohnimmobilienbesitz wird ausgeweitet. Bis zu zehn Jahre Stundung sind möglich, wenn die Steuer nur durch den Verkauf der Immobilie bezahlt werden könnte. Neu ist, dass die Regelung auch für vermietete oder selbstgenutzte Immobilien gilt.

Fazit

Das Jahressteuergesetz 2024 bringt neue Möglichkeiten, erfordert jedoch eine genaue Auseinandersetzung mit den Änderungen. Immobilienbesitzer und Kaufinteressenten sollten die Neuerungen frühzeitig prüfen, um steuerliche Vorteile zu nutzen und Risiken zu vermeiden.


Interview

Journalist: Das Jahressteuergesetz 2024 bringt zahlreiche Änderungen. Welche Punkte sind aus Sicht eines Immobilienmaklers besonders relevant?

Makler: Für Immobilienbesitzer und Kaufinteressenten sind besonders die Änderungen bei der Grundsteuer und die erweiterten Möglichkeiten zur Abschreibung interessant. Auch die Steuerfreigrenze für Photovoltaikanlagen und die Erleichterungen bei der Erbschaftssteuer könnten vielen Eigentümern zugutekommen. Diese Neuerungen schaffen zusätzliche Anreize für nachhaltige Investitionen und eine stärkere Nutzung von Immobilienwerten.

Journalist: Welche Auswirkungen haben die Änderungen auf den Immobilienmarkt?

Makler: Die erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten und die vereinfachte Anpassung des Grundsteuerwerts könnten Investitionen in Bestandsimmobilien und Neubauten ankurbeln. Auch die neuen Regelungen zu Photovoltaikanlagen machen Immobilien für Käufer und Eigentümer attraktiver, da sie langfristig Energiekosten senken können. Insgesamt könnten diese steuerlichen Anpassungen für mehr Dynamik am Markt sorgen.

Journalist: Gibt es Punkte, die Immobilieneigentümer jetzt unbedingt beachten sollten?

Makler: Ja, insbesondere bei den Themen Grundsteuer und Photovoltaik lohnt es sich, die neuen Regelungen im Blick zu behalten. Auch die Stundungsmöglichkeiten bei der Erbschaftssteuer sind spannend, wenn es um die Übertragung von Immobilien geht. Hier rate ich, sich rechtzeitig mit Experten – wie Steuerberatern – abzustimmen, um alle Vorteile optimal zu nutzen.

Journalist: Können Sie ein Beispiel nennen, wie diese Änderungen konkret helfen können?

Makler: Nehmen wir an, ein Eigentümer möchte in Photovoltaikanlagen investieren. Durch die neue Steuerfreigrenze bis 30 kW peak bleiben diese Anlagen steuerfrei, was den Einstieg in erneuerbare Energien erleichtert. Oder denken Sie an die Grundsteuer: Eigentümer können jetzt einfacher einen geringeren Wert geltend machen, was die laufenden Kosten deutlich senken könnte.

Journalist: Wie können Kaufinteressenten profitieren?

Makler: Kaufinteressenten könnten von den optimierten Abschreibungsmöglichkeiten profitieren, insbesondere bei Neubauten. Außerdem stärkt das Gesetz den sozialen Wohnungsbau, was für Investoren in gemeinnützige Projekte spannend sein könnte. Wichtig ist, dass Käufer die steuerlichen Rahmenbedingungen frühzeitig in ihre Kaufentscheidungen einbeziehen.

Journalist: Vielen Dank für Ihre Einschätzungen!

von Christian Stangl 21. April 2026
Wer eine Immobilie kaufen, bauen oder ein bestehendes Darlehen neu ordnen will, spürt die aktuelle Entwicklung direkt im Geldbeutel. Banken haben ihre Bauzinsen wieder angehoben. Der Auslöser liegt nicht allein im Immobilienmarkt. Vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten, höhere Energiepreisrisiken und steigende Renditen am Anleihemarkt treiben die Finanzierungskosten nach oben. Für Kaufinteressenten und Eigentümer in der Region gewinnt eine solide Finanzplanung damit noch mehr Gewicht. Wer jetzt gut vorbereitet auftritt, klug vergleicht und realistisch rechnet, sichert sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin tragfähige Lösungen. Warum Bauzinsen aktuell steigen Viele Käufer schauen bei der Finanzierung zuerst auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Für Bauzinsen spielen jedoch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Banken refinanzieren Immobilienkredite über den Kapitalmarkt. Steigen dort die Renditen, verteuert sich auch die Kreditvergabe. Genau das zeigt sich derzeit. Die Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten hat die Sorgen vor anhaltend hohen Energiepreisen und neuer Inflationsdynamik verstärkt. Investoren verlangen deshalb höhere Renditen für langfristige Anleihen. Diese Entwicklung trifft die Baufinanzierung unmittelbar. Wenn sich Banken selbst teurer refinanzieren, geben sie die höheren Kosten an Kreditnehmer weiter. Für viele Haushalte wirkt der Anstieg auf den ersten Blick noch überschaubar. Schon wenige Zehntelprozentpunkte mehr verändern die monatliche Belastung jedoch spürbar. Vor allem bei größeren Darlehenssummen summieren sich kleine Unterschiede schnell zu mehreren tausend Euro über die Jahre. Was die höheren Zinsen konkret bedeuten Im Markt liegen die Konditionen für Immobilienkredite inzwischen deutlich höher als noch vor kurzer Zeit. Besonders bei längeren Zinsbindungen ziehen die Angebote an. Damit wächst für viele Kaufinteressenten die Frage, ob die geplante Immobilie noch in den eigenen Finanzrahmen passt. Ein Rechenbeispiel macht die Dimension deutlich: Wer eine Finanzierung über 340.000 Euro abschließt und nur 0,2 Prozentpunkte mehr zahlt, muss pro Jahr rund 600 Euro zusätzlich einplanen. Auf die Dauer einer Zinsbindung gerechnet entsteht daraus schnell ein erheblicher Mehrbetrag. Noch stärker fällt der Effekt aus, wenn parallel die Kaufpreise, die Baukosten oder die Nebenkosten steigen. Gerade in unserer Region beobachten viele Eigentümer und Interessenten einen doppelten Druck. Einerseits verteuern sich Finanzierungen. Andererseits bleiben gute Wohnlagen, moderne Grundrisse und energieeffiziente Immobilien gefragt. Wer heute kaufen will, muss deshalb genauer prüfen als noch vor einigen Jahren. Eigenkapital bleibt der stärkste Hebel In Phasen steigender Bauzinsen zählt Eigenkapital mehr denn je. Banken bewerten Finanzierungen mit hohem Eigenanteil deutlich positiver. Das Risiko sinkt aus Sicht des Kreditgebers. Genau deshalb fallen die angebotenen Zinsen meist günstiger aus. Wer nur wenig Eigenkapital einbringt, erhält oft deutlich schlechtere Konditionen. Hinzu kommt eine höhere monatliche Rate. Das kann den finanziellen Spielraum im Alltag stark einschränken. Für Käufer entsteht daraus ein klarer Auftrag: Kaufpreis, Nebenkosten, Modernisierungsbedarf und Reserven sollten von Anfang an sauber kalkuliert werden. Auch Eigentümer, die über einen Verkauf nachdenken, profitieren indirekt von diesem Zusammenhang. Kaufinteressenten achten heute stärker auf Planbarkeit und Folgekosten. Immobilien, die einen geringen Modernisierungsstau aufweisen oder energetisch bereits gut aufgestellt sind, lassen sich leichter finanzieren. Das kann die Vermarktung beschleunigen und den Kreis geeigneter Käufer erweitern. Jetzt kaufen oder besser abwarten? Diese Frage stellt sich derzeit fast jeder Kaufinteressent. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer noch auf Objektsuche ist, keine klare Budgetgrenze definiert hat oder finanziell knapp kalkulieren muss, sollte nicht unter Zeitdruck entscheiden. Eine Immobilie verlangt langfristige Stabilität. Ein überhasteter Kauf schafft selten Sicherheit. Anders sieht es aus, wenn die passende Immobilie bereits gefunden ist und die Finanzierung grundsätzlich tragfähig steht. Dann spricht vieles dafür, nicht auf fallende Zinsen zu spekulieren. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wann sich der Markt wieder beruhigt. Ebenso offen bleibt, wie stark weitere geopolitische Spannungen, Energiepreise oder Kapitalmarktzinsen die Konditionen beeinflussen. Wichtiger als das Hoffen auf einen günstigeren Zeitpunkt bleibt deshalb die Qualität der Vorbereitung. Wer Unterlagen vollständig vorliegen hat, das eigene Budget realistisch einschätzt und mehrere Angebote vergleicht, verbessert seine Position deutlich. In einem unruhigen Markt entscheidet oft nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern die bessere Finanzierung. Große Unterschiede zwischen den Banken Viele Interessenten unterschätzen, wie weit die Angebote einzelner Banken aktuell auseinanderliegen. Genau hier liegt aber enormes Einsparpotenzial. Die Spanne zwischen günstigen und teuren Finanzierungsangeboten fällt derzeit erheblich aus. Schon dadurch lassen sich Kosten im fünfstelligen Bereich vermeiden. Ein Vergleich lohnt sich aus mehreren Gründen. Banken bewerten Einkommen, Eigenkapital, Objektlage, Energieeffizienz und Darlehensstruktur unterschiedlich. Deshalb führt dieselbe Immobilie bei verschiedenen Anbietern oft zu spürbar anderen Konditionen. Hinzu kommen Unterschiede bei Sondertilgungen, Bereitstellungszinsen, Tilgungswechseln oder Forward-Optionen. Wer allein bei seiner Hausbank anfragt, vergibt oft Chancen. Mehrere Angebote schaffen Transparenz und stärken die Verhandlungsposition. Für Käufer in der Region bedeutet das: Nicht nur der Kaufpreis verdient Aufmerksamkeit. Die Struktur der Finanzierung beeinflusst die Gesamtkosten mindestens ebenso stark. Warum Eigentümer die Entwicklung ebenfalls im Blick behalten sollten Steigende Bauzinsen betreffen nicht nur Käufer. Auch Eigentümer sollten die aktuelle Lage aufmerksam verfolgen. Das gilt besonders bei geplanter Anschlussfinanzierung, bei Modernisierungsvorhaben oder bei einer Verkaufsabsicht in den kommenden Monaten. Wer in den nächsten Jahren aus der Zinsbindung fällt, sollte frühzeitig prüfen, welche Konditionen für die Anschlussfinanzierung realistisch erscheinen. Ein rechtzeitiger Blick auf Restschuld, Haushaltsrechnung und mögliche Sondertilgungen schafft Handlungsspielraum. In vielen Fällen lässt sich so vermeiden, dass eine spätere Finanzierung unter Druck zustande kommt. Auch Modernisierungen verdienen eine neue Kalkulation. Steigende Zinsen verteuern nicht nur den Erwerb, sondern auch kreditfinanzierte Sanierungen, Anbauten oder energetische Maßnahmen. Eigentümer sollten Investitionen daher sauber priorisieren. Maßnahmen, die den Wohnwert erhöhen, den Energieverbrauch senken und die Vermarktungsfähigkeit stärken, gewinnen an Bedeutung. Wer verkaufen möchte, sollte sich ebenfalls gut positionieren. Käufer rechnen heute genauer und prüfen Belastungen gründlicher. Eine nachvollziehbare Dokumentation zu Zustand, Energieverbrauch, Modernisierungen und Nebenkosten schafft Vertrauen. Das verbessert die Verkaufschancen und verkürzt oft die Vermarktungsdauer. Tragfähige Finanzierung statt Wunschdenken Die vergangenen Jahre haben viele Marktteilnehmer an sehr niedrige Zinsen gewöhnt. Diese Phase ist vorbei. Umso wichtiger wird nun eine Finanzierung, die auch bei unerwarteten Mehrkosten Bestand hat. Käufer sollten ihre Rate nicht bis an die persönliche Obergrenze ausreizen. Rücklagen für Reparaturen, Umzug, Einrichtung und laufende Kosten gehören zwingend in die Planung. Gerade beim Neubau oder bei sanierungsbedürftigen Immobilien zeigt sich schnell, wie wertvoll konservative Annahmen sind. Baukosten, Materialpreise und Handwerkerleistungen lassen sich nicht immer punktgenau kalkulieren. Wer hier zu knapp rechnet, gerät leicht unter Druck. Eine solide Finanzierung nimmt solche Unsicherheiten auf, statt sie auszublenden. Aus Maklersicht zeigt sich derzeit ein klarer Trend: Erfolgreich kaufen vor allem jene Interessenten, die vorbereitet auftreten. Sie kennen ihre Finanzierungsmöglichkeiten, haben ihre Unterlagen griffbereit und treffen Entscheidungen auf Basis belastbarer Zahlen. Das wirkt nicht nur gegenüber Banken überzeugend, sondern auch im Wettbewerb um gefragte Immobilien. Was Kaufinteressenten jetzt konkret tun sollten Der aktuelle Markt verlangt keine Panik, aber klare Schritte. Zuerst steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie hoch darf die monatliche Rate wirklich sein, ohne die Lebensqualität einzuschränken? Wie viel Eigenkapital steht tatsächlich zur Verfügung? Welche Nebenkosten kommen zusätzlich auf den Tisch? Und welcher Modernisierungsbedarf entsteht nach dem Kauf? Danach folgt der Finanzierungsrahmen. Erst wenn dieser sauber abgesteckt ist, ergibt die Immobiliensuche wirklich Sinn. Wer seine Grenze kennt, sucht gezielter, verhandelt sicherer und spart am Ende oft Zeit und Geld. Parallel lohnt sich ein breiter Angebotsvergleich. Nicht jedes Darlehen passt zu jedem Vorhaben. Zinsbindung, Tilgung, Flexibilität und Reserven müssen zusammenpassen. Ebenso wichtig bleibt die Auswahl der Immobilie selbst. In Zeiten höherer Finanzierungskosten gewinnen Lagequalität, Energiezustand und Werthaltigkeit noch stärker an Gewicht. Eine scheinbar günstige Immobilie mit hohem Sanierungsbedarf kann sich am Ende als teurer erweisen als ein besser gepflegtes Objekt mit höherem Kaufpreis. Der Markt bleibt anspruchsvoll Steigende Bauzinsen erschweren die Finanzierung. Sie machen den Immobilienkauf jedoch nicht unmöglich. Wer heute realistisch plant, konsequent vergleicht und die eigene Belastbarkeit kennt, kann weiterhin gute Entscheidungen treffen. Gerade in bewegten Marktphasen entstehen für vorbereitete Käufer oft auch Chancen, weil nicht jeder Interessent handlungsfähig bleibt. Für Eigentümer gilt zugleich: Transparenz, Objektqualität und eine durchdachte Strategie gewinnen weiter an Bedeutung. Wer seine Immobilie professionell am Markt platziert und Kaufinteressenten mit klaren Fakten überzeugt, verbessert die Verkaufschancen spürbar. Am Ende zählt nicht allein der Zinssatz. Entscheidend bleibt das Gesamtbild aus Kaufpreis, Eigenkapital, Objektqualität, Finanzierungskonzept und langfristiger Sicherheit. Wer diese Punkte sauber zusammenführt, schafft eine belastbare Grundlage für den nächsten Schritt im Immobilienmarkt. Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bauzinsen--hausbau-immobilien-finanzierung-100.html Interview Journalist: Die Bauzinsen steigen wieder. Was sind die Hauptgründe dafür? Makler: Der wichtigste Treiber ist aktuell der Kapitalmarkt. Steigende Renditen bei Anleihen verteuern die Refinanzierung der Banken. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten und höhere Energiepreisrisiken. Das erhöht die Inflationserwartungen und wirkt sich direkt auf die Bauzinsen aus. Journalist: Viele schauen auf die EZB. Spielt sie noch eine zentrale Rolle? Makler: Sie bleibt wichtig, aber für Baufinanzierungen nicht allein entscheidend. Langfristige Zinsen hängen stärker vom Kapitalmarkt ab. Genau deshalb können Bauzinsen steigen, auch wenn die EZB keine direkten Änderungen vornimmt. Journalist: Was bedeutet das konkret für Kaufinteressenten? Makler: Die monatliche Rate wird noch wichtiger. Schon kleine Zinsanstiege erhöhen die Belastung deutlich. Viele müssen ihre Budgetplanung anpassen oder ihre Vorstellungen beim Kaufpreis überdenken. Journalist: Welche Rolle spielt Eigenkapital aktuell? Makler: Eine sehr große. Mehr Eigenkapital verbessert die Konditionen und reduziert das Risiko. Gerade bei steigenden Zinsen macht das einen klaren Unterschied. Journalist: Sollte man jetzt eher kaufen oder abwarten? Makler: Das hängt von der Situation ab. Wer gut vorbereitet ist und eine passende Immobilie gefunden hat, sollte nicht nur auf sinkende Zinsen hoffen. Wer noch unsicher ist, sollte zuerst die Finanzierung sauber klären. Journalist: Was ist aktuell der größte Fehler? Makler: Zu knapp zu kalkulieren. Viele unterschätzen Nebenkosten, Modernisierungen und laufende Ausgaben. Eine solide Finanzierung braucht immer Puffer.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt deutliche Erholungstendenzen. Nach einer Phase der Zurückhaltung beleben wieder mehr Menschen und Investoren den Markt. Besonders auffällig ist die steigende Nachfrage nach Immobilienkrediten – ein Indikator dafür, dass Vertrauen und Investitionsbereitschaft zurückkehren.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
In Deutschland verschlingt das Wohnen fast ein Viertel des verfügbaren Einkommens. Laut aktuellen Auswertungen von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt lag der Anteil 2024 bei 24,5 Prozent. Damit liegen die Deutschen deutlich über dem EU-Durchschnitt, der bei 19,2 Prozent liegt. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zu 2023 leicht entspannt – damals waren es noch 25,2 Prozent – dennoch gehört Deutschland weiterhin zur europäischen Spitzengruppe der teuersten Länder beim Wohnen.