Immobilienmarkt Europa im dritten Quartal 2024

Christian Stangl • 21. November 2024

Immobilienmarkt Europa im dritten Quartal 2024

Die Immobilienmärkte in Europa zeigen im dritten Quartal 2024 eine Stabilisierung. Sinkende Zinsen, verbesserte Kreditbedingungen und stabile bis moderat wachsende Immobilienpreise signalisieren eine Erholung, besonders in Deutschland, Belgien und Frankreich. Der AVIV Housing Market Report zeigt, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und lokale Marktdynamiken auf Preise und Transaktionen auswirken.

Zinsentwicklung und Kreditbedingungen: Ein Anreiz für Käufer

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte im Juni und September 2024 die Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. Diese Maßnahmen beendeten die jahrelange Phase steigender Zinsen und verbesserten die Kreditverfügbarkeit für Käufer. Besonders in Deutschland, Belgien und Frankreich sanken die Hypothekenzinsen, was die Nachfrage nach Immobilienkrediten steigert. Laut dem Report stiegen die monatlichen Kreditvergaben ab Mitte 2024 erstmals seit 2022 wieder an. In Deutschland, Belgien und Frankreich lag das Kreditvolumen im Juli 2024 auf einem Hochstand, vergleichbar mit den Spitzenwerten vor der Zinswende.

Immobilienpreise: Stabile bis leicht steigende Trends

In den wichtigsten europäischen Ländern zeichnet sich eine Stabilisierung der Immobilienpreise ab:

Deutschland : Die Immobilienpreise wuchsen im dritten Quartal um durchschnittlich 0,9 %, wobei der Durchschnittspreis bei etwa 3.004 €/m² liegt. Vor allem in Städten wie Dortmund (+3,7 %), Dresden (+3,3 %) und Stuttgart (+2,4 %) verzeichnen Immobilienpreise deutliche Zuwächse. In Berlin und Leipzig stagnierten die Preise hingegen leicht oder sanken marginal.

Belgien : Auch Belgien zeigte eine moderate Preissteigerung von 0,9 %, wobei der durchschnittliche Preis bei 2.325 €/m² lag. Besonders Flandern und die Region Brüssel-Hauptstadt trugen zu diesem Wachstum bei. Die stabilen Bedingungen, gepaart mit verbesserten Kreditmöglichkeiten, stärken das Käufervertrauen und wirken sich positiv auf die Preisentwicklung aus.

Frankreich : Der Preisanstieg in Frankreich fiel im dritten Quartal mit nur 0,1 % deutlich schwächer aus. Dies spiegelt eine langsame Erholung wider, die jedoch bis 2025 Fahrt aufnehmen könnte. Erwartet wird ein leichter Rückgang der Preise bis zum Frühjahr 2025, bevor sich die Marktlage weiter stabilisiert.

Besonders bemerkenswert: In Spanien und Portugal setzten sich die Preisanstiege fort, wenn auch leicht abgeschwächt. In Spanien lag der Durchschnittspreis bei 2.182 €/m², in Portugal bei 2.735 €/m². Italien erholte sich nach einer schwachen Phase und verzeichnete eine Preissteigerung von 1,6 %.

Transaktionsvolumen: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

In Frankreich und Belgien stagnierten die Transaktionsvolumina auf niedrigem Niveau, während in Deutschland eine Stabilisierung durch verbesserte Finanzierungsbedingungen erwartet wird. In Frankreich etwa erreichten die Verkaufszahlen von Bestandsimmobilien im August 2024 einen Tiefstand von 756.000 Transaktionen. Ein vorsichtiger Optimismus herrscht jedoch vor, da bei weiter sinkenden Zinsen das Transaktionsvolumen bis 2025 wieder auf bis zu 900.000 Verkäufe jährlich ansteigen könnte.

Regionale Besonderheiten und Kaufkraftentwicklung

Die verbesserte Kaufkraft in Belgien zeigt sich besonders positiv, da die Senkung der Hypothekenzinsen im Jahr 2024 die Erschwinglichkeit der Immobilien um etwa 6 m² pro Haushalt erhöhte. Die Einführung von reduzierten Transaktionsgebühren in Wallonien und Flandern könnte 2025 eine erhöhte Aktivität im Immobilienmarkt begünstigen. In Frankreich hingegen beeinträchtigen hohe Staatsschulden (110,6 % des BIP) und ein öffentliches Defizit von 5,5 % den Immobilienmarkt. Politische Unsicherheiten, wie die Auflösung der französischen Nationalversammlung im Juni 2024, wirken sich ebenfalls negativ auf das Vertrauen der Käufer aus. Eine mögliche Erholung wird daher von weiteren stabilisierenden Maßnahmen und einer soliden Wirtschaftspolitik abhängen.

Ausblick: Die Perspektiven für 2025

Die Marktentwicklung bis 2025 wird von den makroökonomischen Rahmenbedingungen geprägt. Die derzeit niedrigen Zinsen und verbesserten Kreditbedingungen sind positive Anzeichen für eine nachhaltige Markterholung:

Deutschland : Moderate Preiszuwächse werden erwartet, die sich im Jahresverlauf 2025 fortsetzen könnten. Besonders die Entwicklung in Großstädten dürfte das Preisniveau stabilisieren.

Frankreich : Nach Jahren des Preisrückgangs könnten sich die Preise bis Frühjahr 2025 stabilisieren und anschließend moderat steigen. Vor allem eine Erholung der Transaktionsvolumina ist wahrscheinlich, falls die Zinsen weiter sinken und politische Stabilität eintritt.

Belgien : Die stabile Preisentwicklung und die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten werden voraussichtlich das Interesse an Immobilienkäufen weiter anregen. Die vorsichtige Marktstabilität könnte sich in langfristig moderaten Preissteigerungen fortsetzen.

Die Markttrends auf Basis des AVIV Housing Market Reports zeigen, dass Immobilienbesitzer und potenzielle Käufer von den verbesserten Finanzierungsbedingungen profitieren können. Dennoch bleibt die Entwicklung in den einzelnen Ländern unterschiedlich, abhängig von lokalen wirtschaftlichen und politischen Faktoren.


Interview

Journalist : Die Immobilienmärkte in Europa scheinen sich im dritten Quartal 2024 stabilisiert zu haben. Wie bewerten Sie die aktuelle Lage?

Makler : Die Stabilisierung des europäischen Immobilienmarkts ist ein positives Zeichen nach einer langen Phase steigender Zinsen und unsicherer Marktentwicklungen. Besonders in Deutschland, Belgien und Frankreich sehen wir eine Erholung, die durch die Zinssenkungen der EZB und die verbesserten Kreditbedingungen unterstützt wird. Käufer haben jetzt die Chance, von niedrigeren Finanzierungskosten zu profitieren, was die Nachfrage auf dem Markt merklich anzieht.

Journalist : In welchen Regionen und Städten sehen Sie die stärksten Entwicklungen?

Makler : Vor allem deutsche Städte wie Dortmund, Dresden und Stuttgart zeigen deutlich positive Entwicklungen mit Preissteigerungen, während Städte wie Berlin und Leipzig stabilere Verhältnisse aufweisen. Auch Belgien verzeichnet in den Regionen Flandern und Brüssel eine moderate Preissteigerung. Frankreich hingegen erholt sich langsamer; hier sehen wir derzeit nur leichte Preiszuwächse, was allerdings darauf hindeutet, dass auch dort bald eine stabilere Marktphase eintreten könnte. Besonders spannend bleibt die Lage in Spanien und Portugal, wo die Preise weiterhin steigen, wenn auch etwas moderater als zuvor.

Journalist : Was bedeutet diese Entwicklung konkret für Kaufinteressenten?

Makler : Die verbesserten Finanzierungsbedingungen bieten Käufern klare Vorteile. Durch die gesunkenen Hypothekenzinsen ist der Kauf einer Immobilie in vielen europäischen Ländern wieder attraktiver geworden, und das kann den Schritt ins Eigenheim oder zur Investition erleichtern. Besonders in Deutschland und Belgien beobachten wir, dass die Nachfrage nach Immobilienkrediten seit Mitte des Jahres spürbar anzieht. Auch in Frankreich könnte das Transaktionsvolumen steigen, sollten die Zinsen weiter sinken und sich das Marktumfeld verbessern. Kaufinteressenten haben also einen spannenden Zeitpunkt, um den Markt zu betreten.

Journalist : Welche Herausforderungen könnten die Kaufinteressenten und Märkte dennoch erwarten?

Makler : Eine große Herausforderung bleibt die politische und wirtschaftliche Stabilität, vor allem in Frankreich. Hohe Staatsschulden und ein hohes öffentliches Defizit belasten dort den Markt und das Vertrauen der Käufer. Politische Unsicherheiten, wie die Auflösung der französischen Nationalversammlung im Juni 2024, haben ebenfalls Einfluss auf die Marktbedingungen. Auch die Nachfrage in einigen Regionen könnte durch eine geringere Neubautätigkeit beeinträchtigt werden, was das Angebot langfristig verknappen könnte.

Journalist : Wie sieht die Perspektive für das kommende Jahr aus?

Makler : Insgesamt sehen wir gute Chancen für eine nachhaltige Markterholung bis 2025. In Deutschland rechnen wir mit moderaten Preiszuwächsen, besonders in Großstädten. In Frankreich könnte sich der Markt stabilisieren und wieder steigen, sofern politische und wirtschaftliche Bedingungen stabil bleiben. Belgien hat ebenfalls günstige Rahmenbedingungen, die das Interesse an Immobilienkäufen weiterhin anregen werden. Letztendlich hängt vieles von den makroökonomischen Rahmenbedingungen ab, doch die derzeitigen Zeichen stehen auf Erholung.

Journalist : Vielen Dank für diese wertvollen Einschätzungen!

von Christian Stangl 21. April 2026
Wer eine Immobilie kaufen, bauen oder ein bestehendes Darlehen neu ordnen will, spürt die aktuelle Entwicklung direkt im Geldbeutel. Banken haben ihre Bauzinsen wieder angehoben. Der Auslöser liegt nicht allein im Immobilienmarkt. Vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten, höhere Energiepreisrisiken und steigende Renditen am Anleihemarkt treiben die Finanzierungskosten nach oben. Für Kaufinteressenten und Eigentümer in der Region gewinnt eine solide Finanzplanung damit noch mehr Gewicht. Wer jetzt gut vorbereitet auftritt, klug vergleicht und realistisch rechnet, sichert sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin tragfähige Lösungen. Warum Bauzinsen aktuell steigen Viele Käufer schauen bei der Finanzierung zuerst auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Für Bauzinsen spielen jedoch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Banken refinanzieren Immobilienkredite über den Kapitalmarkt. Steigen dort die Renditen, verteuert sich auch die Kreditvergabe. Genau das zeigt sich derzeit. Die Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten hat die Sorgen vor anhaltend hohen Energiepreisen und neuer Inflationsdynamik verstärkt. Investoren verlangen deshalb höhere Renditen für langfristige Anleihen. Diese Entwicklung trifft die Baufinanzierung unmittelbar. Wenn sich Banken selbst teurer refinanzieren, geben sie die höheren Kosten an Kreditnehmer weiter. Für viele Haushalte wirkt der Anstieg auf den ersten Blick noch überschaubar. Schon wenige Zehntelprozentpunkte mehr verändern die monatliche Belastung jedoch spürbar. Vor allem bei größeren Darlehenssummen summieren sich kleine Unterschiede schnell zu mehreren tausend Euro über die Jahre. Was die höheren Zinsen konkret bedeuten Im Markt liegen die Konditionen für Immobilienkredite inzwischen deutlich höher als noch vor kurzer Zeit. Besonders bei längeren Zinsbindungen ziehen die Angebote an. Damit wächst für viele Kaufinteressenten die Frage, ob die geplante Immobilie noch in den eigenen Finanzrahmen passt. Ein Rechenbeispiel macht die Dimension deutlich: Wer eine Finanzierung über 340.000 Euro abschließt und nur 0,2 Prozentpunkte mehr zahlt, muss pro Jahr rund 600 Euro zusätzlich einplanen. Auf die Dauer einer Zinsbindung gerechnet entsteht daraus schnell ein erheblicher Mehrbetrag. Noch stärker fällt der Effekt aus, wenn parallel die Kaufpreise, die Baukosten oder die Nebenkosten steigen. Gerade in unserer Region beobachten viele Eigentümer und Interessenten einen doppelten Druck. Einerseits verteuern sich Finanzierungen. Andererseits bleiben gute Wohnlagen, moderne Grundrisse und energieeffiziente Immobilien gefragt. Wer heute kaufen will, muss deshalb genauer prüfen als noch vor einigen Jahren. Eigenkapital bleibt der stärkste Hebel In Phasen steigender Bauzinsen zählt Eigenkapital mehr denn je. Banken bewerten Finanzierungen mit hohem Eigenanteil deutlich positiver. Das Risiko sinkt aus Sicht des Kreditgebers. Genau deshalb fallen die angebotenen Zinsen meist günstiger aus. Wer nur wenig Eigenkapital einbringt, erhält oft deutlich schlechtere Konditionen. Hinzu kommt eine höhere monatliche Rate. Das kann den finanziellen Spielraum im Alltag stark einschränken. Für Käufer entsteht daraus ein klarer Auftrag: Kaufpreis, Nebenkosten, Modernisierungsbedarf und Reserven sollten von Anfang an sauber kalkuliert werden. Auch Eigentümer, die über einen Verkauf nachdenken, profitieren indirekt von diesem Zusammenhang. Kaufinteressenten achten heute stärker auf Planbarkeit und Folgekosten. Immobilien, die einen geringen Modernisierungsstau aufweisen oder energetisch bereits gut aufgestellt sind, lassen sich leichter finanzieren. Das kann die Vermarktung beschleunigen und den Kreis geeigneter Käufer erweitern. Jetzt kaufen oder besser abwarten? Diese Frage stellt sich derzeit fast jeder Kaufinteressent. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer noch auf Objektsuche ist, keine klare Budgetgrenze definiert hat oder finanziell knapp kalkulieren muss, sollte nicht unter Zeitdruck entscheiden. Eine Immobilie verlangt langfristige Stabilität. Ein überhasteter Kauf schafft selten Sicherheit. Anders sieht es aus, wenn die passende Immobilie bereits gefunden ist und die Finanzierung grundsätzlich tragfähig steht. Dann spricht vieles dafür, nicht auf fallende Zinsen zu spekulieren. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wann sich der Markt wieder beruhigt. Ebenso offen bleibt, wie stark weitere geopolitische Spannungen, Energiepreise oder Kapitalmarktzinsen die Konditionen beeinflussen. Wichtiger als das Hoffen auf einen günstigeren Zeitpunkt bleibt deshalb die Qualität der Vorbereitung. Wer Unterlagen vollständig vorliegen hat, das eigene Budget realistisch einschätzt und mehrere Angebote vergleicht, verbessert seine Position deutlich. In einem unruhigen Markt entscheidet oft nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern die bessere Finanzierung. Große Unterschiede zwischen den Banken Viele Interessenten unterschätzen, wie weit die Angebote einzelner Banken aktuell auseinanderliegen. Genau hier liegt aber enormes Einsparpotenzial. Die Spanne zwischen günstigen und teuren Finanzierungsangeboten fällt derzeit erheblich aus. Schon dadurch lassen sich Kosten im fünfstelligen Bereich vermeiden. Ein Vergleich lohnt sich aus mehreren Gründen. Banken bewerten Einkommen, Eigenkapital, Objektlage, Energieeffizienz und Darlehensstruktur unterschiedlich. Deshalb führt dieselbe Immobilie bei verschiedenen Anbietern oft zu spürbar anderen Konditionen. Hinzu kommen Unterschiede bei Sondertilgungen, Bereitstellungszinsen, Tilgungswechseln oder Forward-Optionen. Wer allein bei seiner Hausbank anfragt, vergibt oft Chancen. Mehrere Angebote schaffen Transparenz und stärken die Verhandlungsposition. Für Käufer in der Region bedeutet das: Nicht nur der Kaufpreis verdient Aufmerksamkeit. Die Struktur der Finanzierung beeinflusst die Gesamtkosten mindestens ebenso stark. Warum Eigentümer die Entwicklung ebenfalls im Blick behalten sollten Steigende Bauzinsen betreffen nicht nur Käufer. Auch Eigentümer sollten die aktuelle Lage aufmerksam verfolgen. Das gilt besonders bei geplanter Anschlussfinanzierung, bei Modernisierungsvorhaben oder bei einer Verkaufsabsicht in den kommenden Monaten. Wer in den nächsten Jahren aus der Zinsbindung fällt, sollte frühzeitig prüfen, welche Konditionen für die Anschlussfinanzierung realistisch erscheinen. Ein rechtzeitiger Blick auf Restschuld, Haushaltsrechnung und mögliche Sondertilgungen schafft Handlungsspielraum. In vielen Fällen lässt sich so vermeiden, dass eine spätere Finanzierung unter Druck zustande kommt. Auch Modernisierungen verdienen eine neue Kalkulation. Steigende Zinsen verteuern nicht nur den Erwerb, sondern auch kreditfinanzierte Sanierungen, Anbauten oder energetische Maßnahmen. Eigentümer sollten Investitionen daher sauber priorisieren. Maßnahmen, die den Wohnwert erhöhen, den Energieverbrauch senken und die Vermarktungsfähigkeit stärken, gewinnen an Bedeutung. Wer verkaufen möchte, sollte sich ebenfalls gut positionieren. Käufer rechnen heute genauer und prüfen Belastungen gründlicher. Eine nachvollziehbare Dokumentation zu Zustand, Energieverbrauch, Modernisierungen und Nebenkosten schafft Vertrauen. Das verbessert die Verkaufschancen und verkürzt oft die Vermarktungsdauer. Tragfähige Finanzierung statt Wunschdenken Die vergangenen Jahre haben viele Marktteilnehmer an sehr niedrige Zinsen gewöhnt. Diese Phase ist vorbei. Umso wichtiger wird nun eine Finanzierung, die auch bei unerwarteten Mehrkosten Bestand hat. Käufer sollten ihre Rate nicht bis an die persönliche Obergrenze ausreizen. Rücklagen für Reparaturen, Umzug, Einrichtung und laufende Kosten gehören zwingend in die Planung. Gerade beim Neubau oder bei sanierungsbedürftigen Immobilien zeigt sich schnell, wie wertvoll konservative Annahmen sind. Baukosten, Materialpreise und Handwerkerleistungen lassen sich nicht immer punktgenau kalkulieren. Wer hier zu knapp rechnet, gerät leicht unter Druck. Eine solide Finanzierung nimmt solche Unsicherheiten auf, statt sie auszublenden. Aus Maklersicht zeigt sich derzeit ein klarer Trend: Erfolgreich kaufen vor allem jene Interessenten, die vorbereitet auftreten. Sie kennen ihre Finanzierungsmöglichkeiten, haben ihre Unterlagen griffbereit und treffen Entscheidungen auf Basis belastbarer Zahlen. Das wirkt nicht nur gegenüber Banken überzeugend, sondern auch im Wettbewerb um gefragte Immobilien. Was Kaufinteressenten jetzt konkret tun sollten Der aktuelle Markt verlangt keine Panik, aber klare Schritte. Zuerst steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie hoch darf die monatliche Rate wirklich sein, ohne die Lebensqualität einzuschränken? Wie viel Eigenkapital steht tatsächlich zur Verfügung? Welche Nebenkosten kommen zusätzlich auf den Tisch? Und welcher Modernisierungsbedarf entsteht nach dem Kauf? Danach folgt der Finanzierungsrahmen. Erst wenn dieser sauber abgesteckt ist, ergibt die Immobiliensuche wirklich Sinn. Wer seine Grenze kennt, sucht gezielter, verhandelt sicherer und spart am Ende oft Zeit und Geld. Parallel lohnt sich ein breiter Angebotsvergleich. Nicht jedes Darlehen passt zu jedem Vorhaben. Zinsbindung, Tilgung, Flexibilität und Reserven müssen zusammenpassen. Ebenso wichtig bleibt die Auswahl der Immobilie selbst. In Zeiten höherer Finanzierungskosten gewinnen Lagequalität, Energiezustand und Werthaltigkeit noch stärker an Gewicht. Eine scheinbar günstige Immobilie mit hohem Sanierungsbedarf kann sich am Ende als teurer erweisen als ein besser gepflegtes Objekt mit höherem Kaufpreis. Der Markt bleibt anspruchsvoll Steigende Bauzinsen erschweren die Finanzierung. Sie machen den Immobilienkauf jedoch nicht unmöglich. Wer heute realistisch plant, konsequent vergleicht und die eigene Belastbarkeit kennt, kann weiterhin gute Entscheidungen treffen. Gerade in bewegten Marktphasen entstehen für vorbereitete Käufer oft auch Chancen, weil nicht jeder Interessent handlungsfähig bleibt. Für Eigentümer gilt zugleich: Transparenz, Objektqualität und eine durchdachte Strategie gewinnen weiter an Bedeutung. Wer seine Immobilie professionell am Markt platziert und Kaufinteressenten mit klaren Fakten überzeugt, verbessert die Verkaufschancen spürbar. Am Ende zählt nicht allein der Zinssatz. Entscheidend bleibt das Gesamtbild aus Kaufpreis, Eigenkapital, Objektqualität, Finanzierungskonzept und langfristiger Sicherheit. Wer diese Punkte sauber zusammenführt, schafft eine belastbare Grundlage für den nächsten Schritt im Immobilienmarkt. Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bauzinsen--hausbau-immobilien-finanzierung-100.html Interview Journalist: Die Bauzinsen steigen wieder. Was sind die Hauptgründe dafür? Makler: Der wichtigste Treiber ist aktuell der Kapitalmarkt. Steigende Renditen bei Anleihen verteuern die Refinanzierung der Banken. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten und höhere Energiepreisrisiken. Das erhöht die Inflationserwartungen und wirkt sich direkt auf die Bauzinsen aus. Journalist: Viele schauen auf die EZB. Spielt sie noch eine zentrale Rolle? Makler: Sie bleibt wichtig, aber für Baufinanzierungen nicht allein entscheidend. Langfristige Zinsen hängen stärker vom Kapitalmarkt ab. Genau deshalb können Bauzinsen steigen, auch wenn die EZB keine direkten Änderungen vornimmt. Journalist: Was bedeutet das konkret für Kaufinteressenten? Makler: Die monatliche Rate wird noch wichtiger. Schon kleine Zinsanstiege erhöhen die Belastung deutlich. Viele müssen ihre Budgetplanung anpassen oder ihre Vorstellungen beim Kaufpreis überdenken. Journalist: Welche Rolle spielt Eigenkapital aktuell? Makler: Eine sehr große. Mehr Eigenkapital verbessert die Konditionen und reduziert das Risiko. Gerade bei steigenden Zinsen macht das einen klaren Unterschied. Journalist: Sollte man jetzt eher kaufen oder abwarten? Makler: Das hängt von der Situation ab. Wer gut vorbereitet ist und eine passende Immobilie gefunden hat, sollte nicht nur auf sinkende Zinsen hoffen. Wer noch unsicher ist, sollte zuerst die Finanzierung sauber klären. Journalist: Was ist aktuell der größte Fehler? Makler: Zu knapp zu kalkulieren. Viele unterschätzen Nebenkosten, Modernisierungen und laufende Ausgaben. Eine solide Finanzierung braucht immer Puffer.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt deutliche Erholungstendenzen. Nach einer Phase der Zurückhaltung beleben wieder mehr Menschen und Investoren den Markt. Besonders auffällig ist die steigende Nachfrage nach Immobilienkrediten – ein Indikator dafür, dass Vertrauen und Investitionsbereitschaft zurückkehren.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
In Deutschland verschlingt das Wohnen fast ein Viertel des verfügbaren Einkommens. Laut aktuellen Auswertungen von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt lag der Anteil 2024 bei 24,5 Prozent. Damit liegen die Deutschen deutlich über dem EU-Durchschnitt, der bei 19,2 Prozent liegt. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zu 2023 leicht entspannt – damals waren es noch 25,2 Prozent – dennoch gehört Deutschland weiterhin zur europäischen Spitzengruppe der teuersten Länder beim Wohnen.