Wohneigentum in Deutschland weiter auf niedrigem Niveau

Christian Stangl • 4. März 2025

Wohneigentum spielt in Deutschland eine zentrale Rolle für die Altersvorsorge und die finanzielle Stabilität der Haushalte. Eine eigene Immobilie bietet Schutz vor steigenden Mietkosten im Alter und ermöglicht den Bewohnern, trotz sinkender Renten gelassener zu leben. Laut aktuellen Studien ist Altersarmut oft Mieterarmut, da viele Rentner durch steigende Mietpreise finanziell stark belastet werden. Eigentümer, die ihre Immobilien abbezahlt haben, sind davon weitgehend verschont.

Trotz dieser Vorteile sinkt die Wohneigentumsquote in Deutschland seit einigen Jahren. Die jüngsten Zensusdaten zeigen, dass nur 43,6 % der Haushalte in Wohneigentum leben. Besonders die jüngere Generation hat es schwer, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Entwicklung der Wohneigentumsquote

Die Wohneigentumsquote ist in Deutschland traditionell niedrig und liegt im europäischen Vergleich im unteren Bereich. Während in Ländern wie Spanien oder Italien die Quote bei über 70 % liegt, hat Deutschland seit 2010 einen Rückgang verzeichnet. Besonders in westdeutschen Ballungsräumen hat sich dieser Trend verstärkt, während Ostdeutschland leichte Zuwächse verzeichnete.

Die regionale Verteilung zeigt deutliche Unterschiede: In Landkreisen wie Südwestpfalz liegt die Quote bei über 70 %, in Städten wie Leipzig nur bei 13 %. Generell haben ländliche Regionen eine höhere Eigentumsquote als urbane Gebiete.

Altersgruppen und Wohneigentum

Die Altersgruppe „25 bis 45 Jahre“ war lange Zeit führend bei der Wohneigentumsbildung. Doch seit 2014 haben vor allem Haushalte ab 45 Jahren häufiger Eigentum erworben. Junge Menschen verschieben den Kauf einer Immobilie oft, da steigende Ausbildungszeiten und fehlendes Eigenkapital die Realisierung erschweren. Die Wohneigentumsquote bei den unter 45-Jährigen ist seit 2010 um 13 % gesunken.

Ältere Generationen profitieren oft von Erbschaften oder Schenkungen. Dies wird besonders in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen deutlich, da in diesem Alter häufig Immobilien übertragen werden. Dennoch sinkt auch in dieser Gruppe die Eigentumsquote langsam.

Einkommensgruppen und ihre Chancen

Das Einkommen spielt eine entscheidende Rolle bei der Wohneigentumsbildung. Während Haushalte mit einem Nettoeinkommen von über 4.000 Euro deutlich häufiger Eigentum erwerben, sind Haushalte mit Einkommen unter 2.500 Euro oft auf Erbschaften angewiesen. Ohne finanzielle Unterstützung ist es für diese Gruppe kaum möglich, eine Immobilie zu kaufen.

Die „Schwellenhaushalte“, also Haushalte mit Einkommen knapp unterhalb der notwendigen Schwelle für den Immobilienerwerb, benötigen gezielte Förderungen. Aktuell wird die Schwelle für förderungswürdige Einkommen bei etwa 4.500 Euro Nettoeinkommen angesetzt.

Finanzielle Belastung und Förderung

Die hohen Immobilienpreise in Ballungsräumen stellen viele Haushalte vor große Herausforderungen. In vielen Regionen Deutschlands müssten Haushalte mit mittleren Einkommen mehr als 50 % ihres Nettoeinkommens für die Finanzierung eines Eigenheims aufwenden. Das überschreitet oft die Finanzierungsbereitschaft der Banken.

Frühere Förderprogramme wie die Eigenheimzulage oder das Baukindergeld haben vielen Haushalten den Erwerb erleichtert. Derzeit fehlen jedoch wirksame Förderinstrumente, um die Eigentumsbildung in Deutschland nachhaltig zu stärken. Eine Wiederbelebung solcher Maßnahmen könnte helfen, die Eigentumsquote wieder zu steigern.

Wohneigentum als Schutz vor Altersarmut

Die Unterschiede zwischen Mietern und Eigentümern werden im Alter besonders deutlich. Eigentümerhaushalte haben im Ruhestand oft ein um 75 % höheres verfügbares Einkommen nach Wohnkosten als vergleichbare Mieterhaushalte. Mieter müssen im Alter oft auf zusätzliche staatliche Leistungen zurückgreifen, während Eigentümer von der Wertbeständigkeit ihrer Immobilien profitieren.

Besonders problematisch ist die steigende Armutsgefährdung bei Senioren, die zur Miete wohnen. In den letzten Jahren ist diese Quote in allen Bundesländern gestiegen, während Eigentümer in der Regel besser abgesichert sind.

Herausforderungen für Erstkäufer

Erstkäufer von Immobilien stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Neben den hohen Kaufpreisen sorgen politische Unsicherheiten, wie das Gebäudeenergiegesetz, für Verunsicherung. Viele Haushalte zögern, eine Immobilie zu erwerben, da zukünftige Investitionen in Modernisierungen nicht kalkulierbar erscheinen. Dies betrifft vor allem Haushalte, die sich finanziell stark belasten müssen, um eine Immobilie zu erwerben.

Ein weiterer Faktor ist die Bereitschaft, Konsumverzicht zugunsten von Wohneigentum zu leisten. Viele Haushalte sind weniger bereit, ihre Ausgaben in anderen Bereichen zu reduzieren, um ein Eigenheim zu finanzieren.

Fazit: Lösungsansätze für eine höhere Wohneigentumsquote

Die Studie zeigt, dass die Wohneigentumsquote in Deutschland ohne gezielte Maßnahmen weiter sinken wird. Um den Wunsch vieler Menschen nach einer eigenen Immobilie zu erfüllen, sind folgende Schritte notwendig:

Einführung einer neuen Förderstrategie für Schwellenhaushalte, z. B. durch zinsgünstige Darlehen oder Steuererleichterungen.

Verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionssicherheit gewährleisten.

Maßnahmen zur Förderung von Neubauten, insbesondere von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Programme zur finanziellen Bildung, um Haushalten Wege zur Finanzierung aufzuzeigen.

Eine nachhaltige Eigentumsförderung ist nicht nur eine Investition in die soziale Stabilität, sondern auch ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit und zur Entlastung der Mietwohnungsmärkte. Die Politik ist gefordert, mit gezielten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Wohneigentum in Deutschland wieder für mehr Haushalte erreichbar wird.



Interview

Journalist : Wohneigentum bleibt in Deutschland auf einem niedrigen Niveau. Was sind die Hauptgründe dafür?
Makler : Ein zentraler Faktor ist die finanzielle Belastung durch hohe Kaufpreise, besonders in Ballungsräumen. Dazu kommen strengere Kreditvergaben, die es vielen Haushalten erschweren, den Immobilienkauf zu realisieren. Zudem fehlen wirksame Förderinstrumente wie die Eigenheimzulage, die in der Vergangenheit vielen geholfen hat, den Schritt ins Eigentum zu wagen.

Journalist : Welche Gruppen sind besonders von der niedrigen Wohneigentumsquote betroffen?
Makler : Vor allem junge Menschen und Haushalte mit mittlerem Einkommen haben Schwierigkeiten. Junge Erwachsene schieben den Kauf häufig auf, da fehlendes Eigenkapital und lange Ausbildungszeiten sie daran hindern, früh Vermögen aufzubauen. Auch sogenannte Schwellenhaushalte – mit Einkommen knapp unterhalb der notwendigen Schwelle – benötigen dringend Unterstützung.

Journalist : Welche Auswirkungen hat das geringe Wohneigentum auf die Altersvorsorge?
Makler : Der Unterschied zwischen Eigentümern und Mietern zeigt sich im Ruhestand deutlich. Eigentümer, die ihre Immobilie abbezahlt haben, müssen keine Miete zahlen und haben oft ein um 75 % höheres verfügbares Einkommen nach Wohnkosten. Mieter hingegen kämpfen häufig mit steigenden Kosten und sind stärker auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Journalist : Welche Herausforderungen sehen Sie für Erstkäufer?
Makler : Neben hohen Kaufpreisen sorgen politische Unsicherheiten, etwa durch das Gebäudeenergiegesetz, für Zurückhaltung. Viele scheuen die unvorhersehbaren Kosten für Modernisierungen. Zudem ist der Konsumverzicht, der oft für den Kauf einer Immobilie notwendig ist, für viele ein Hindernis.

Journalist : Welche Lösungsansätze könnten die Wohneigentumsquote wieder steigern?
Makler : Wichtig wären Förderprogramme wie zinsgünstige Darlehen oder Steuererleichterungen, speziell für Schwellenhaushalte. Politische Stabilität und verlässliche Rahmenbedingungen sind ebenfalls entscheidend. Zudem sollten Neubauten und finanzielle Bildung stärker gefördert werden, damit Haushalte die Finanzierung besser planen können.

Journalist : Was raten Sie Haushalten, die den Kauf einer Immobilie planen?
Makler : Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung und informieren Sie sich umfassend über Ihre Möglichkeiten. Ein erfahrener Berater kann helfen, die passende Finanzierung zu finden und Förderprogramme zu nutzen. Besonders wichtig ist es, die langfristigen Kosten realistisch einzuschätzen und Reserven für unerwartete Ausgaben einzuplanen.

von Christian Stangl 21. April 2026
Wer eine Immobilie kaufen, bauen oder ein bestehendes Darlehen neu ordnen will, spürt die aktuelle Entwicklung direkt im Geldbeutel. Banken haben ihre Bauzinsen wieder angehoben. Der Auslöser liegt nicht allein im Immobilienmarkt. Vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten, höhere Energiepreisrisiken und steigende Renditen am Anleihemarkt treiben die Finanzierungskosten nach oben. Für Kaufinteressenten und Eigentümer in der Region gewinnt eine solide Finanzplanung damit noch mehr Gewicht. Wer jetzt gut vorbereitet auftritt, klug vergleicht und realistisch rechnet, sichert sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin tragfähige Lösungen. Warum Bauzinsen aktuell steigen Viele Käufer schauen bei der Finanzierung zuerst auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Für Bauzinsen spielen jedoch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Banken refinanzieren Immobilienkredite über den Kapitalmarkt. Steigen dort die Renditen, verteuert sich auch die Kreditvergabe. Genau das zeigt sich derzeit. Die Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten hat die Sorgen vor anhaltend hohen Energiepreisen und neuer Inflationsdynamik verstärkt. Investoren verlangen deshalb höhere Renditen für langfristige Anleihen. Diese Entwicklung trifft die Baufinanzierung unmittelbar. Wenn sich Banken selbst teurer refinanzieren, geben sie die höheren Kosten an Kreditnehmer weiter. Für viele Haushalte wirkt der Anstieg auf den ersten Blick noch überschaubar. Schon wenige Zehntelprozentpunkte mehr verändern die monatliche Belastung jedoch spürbar. Vor allem bei größeren Darlehenssummen summieren sich kleine Unterschiede schnell zu mehreren tausend Euro über die Jahre. Was die höheren Zinsen konkret bedeuten Im Markt liegen die Konditionen für Immobilienkredite inzwischen deutlich höher als noch vor kurzer Zeit. Besonders bei längeren Zinsbindungen ziehen die Angebote an. Damit wächst für viele Kaufinteressenten die Frage, ob die geplante Immobilie noch in den eigenen Finanzrahmen passt. Ein Rechenbeispiel macht die Dimension deutlich: Wer eine Finanzierung über 340.000 Euro abschließt und nur 0,2 Prozentpunkte mehr zahlt, muss pro Jahr rund 600 Euro zusätzlich einplanen. Auf die Dauer einer Zinsbindung gerechnet entsteht daraus schnell ein erheblicher Mehrbetrag. Noch stärker fällt der Effekt aus, wenn parallel die Kaufpreise, die Baukosten oder die Nebenkosten steigen. Gerade in unserer Region beobachten viele Eigentümer und Interessenten einen doppelten Druck. Einerseits verteuern sich Finanzierungen. Andererseits bleiben gute Wohnlagen, moderne Grundrisse und energieeffiziente Immobilien gefragt. Wer heute kaufen will, muss deshalb genauer prüfen als noch vor einigen Jahren. Eigenkapital bleibt der stärkste Hebel In Phasen steigender Bauzinsen zählt Eigenkapital mehr denn je. Banken bewerten Finanzierungen mit hohem Eigenanteil deutlich positiver. Das Risiko sinkt aus Sicht des Kreditgebers. Genau deshalb fallen die angebotenen Zinsen meist günstiger aus. Wer nur wenig Eigenkapital einbringt, erhält oft deutlich schlechtere Konditionen. Hinzu kommt eine höhere monatliche Rate. Das kann den finanziellen Spielraum im Alltag stark einschränken. Für Käufer entsteht daraus ein klarer Auftrag: Kaufpreis, Nebenkosten, Modernisierungsbedarf und Reserven sollten von Anfang an sauber kalkuliert werden. Auch Eigentümer, die über einen Verkauf nachdenken, profitieren indirekt von diesem Zusammenhang. Kaufinteressenten achten heute stärker auf Planbarkeit und Folgekosten. Immobilien, die einen geringen Modernisierungsstau aufweisen oder energetisch bereits gut aufgestellt sind, lassen sich leichter finanzieren. Das kann die Vermarktung beschleunigen und den Kreis geeigneter Käufer erweitern. Jetzt kaufen oder besser abwarten? Diese Frage stellt sich derzeit fast jeder Kaufinteressent. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer noch auf Objektsuche ist, keine klare Budgetgrenze definiert hat oder finanziell knapp kalkulieren muss, sollte nicht unter Zeitdruck entscheiden. Eine Immobilie verlangt langfristige Stabilität. Ein überhasteter Kauf schafft selten Sicherheit. Anders sieht es aus, wenn die passende Immobilie bereits gefunden ist und die Finanzierung grundsätzlich tragfähig steht. Dann spricht vieles dafür, nicht auf fallende Zinsen zu spekulieren. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wann sich der Markt wieder beruhigt. Ebenso offen bleibt, wie stark weitere geopolitische Spannungen, Energiepreise oder Kapitalmarktzinsen die Konditionen beeinflussen. Wichtiger als das Hoffen auf einen günstigeren Zeitpunkt bleibt deshalb die Qualität der Vorbereitung. Wer Unterlagen vollständig vorliegen hat, das eigene Budget realistisch einschätzt und mehrere Angebote vergleicht, verbessert seine Position deutlich. In einem unruhigen Markt entscheidet oft nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern die bessere Finanzierung. Große Unterschiede zwischen den Banken Viele Interessenten unterschätzen, wie weit die Angebote einzelner Banken aktuell auseinanderliegen. Genau hier liegt aber enormes Einsparpotenzial. Die Spanne zwischen günstigen und teuren Finanzierungsangeboten fällt derzeit erheblich aus. Schon dadurch lassen sich Kosten im fünfstelligen Bereich vermeiden. Ein Vergleich lohnt sich aus mehreren Gründen. Banken bewerten Einkommen, Eigenkapital, Objektlage, Energieeffizienz und Darlehensstruktur unterschiedlich. Deshalb führt dieselbe Immobilie bei verschiedenen Anbietern oft zu spürbar anderen Konditionen. Hinzu kommen Unterschiede bei Sondertilgungen, Bereitstellungszinsen, Tilgungswechseln oder Forward-Optionen. Wer allein bei seiner Hausbank anfragt, vergibt oft Chancen. Mehrere Angebote schaffen Transparenz und stärken die Verhandlungsposition. Für Käufer in der Region bedeutet das: Nicht nur der Kaufpreis verdient Aufmerksamkeit. Die Struktur der Finanzierung beeinflusst die Gesamtkosten mindestens ebenso stark. Warum Eigentümer die Entwicklung ebenfalls im Blick behalten sollten Steigende Bauzinsen betreffen nicht nur Käufer. Auch Eigentümer sollten die aktuelle Lage aufmerksam verfolgen. Das gilt besonders bei geplanter Anschlussfinanzierung, bei Modernisierungsvorhaben oder bei einer Verkaufsabsicht in den kommenden Monaten. Wer in den nächsten Jahren aus der Zinsbindung fällt, sollte frühzeitig prüfen, welche Konditionen für die Anschlussfinanzierung realistisch erscheinen. Ein rechtzeitiger Blick auf Restschuld, Haushaltsrechnung und mögliche Sondertilgungen schafft Handlungsspielraum. In vielen Fällen lässt sich so vermeiden, dass eine spätere Finanzierung unter Druck zustande kommt. Auch Modernisierungen verdienen eine neue Kalkulation. Steigende Zinsen verteuern nicht nur den Erwerb, sondern auch kreditfinanzierte Sanierungen, Anbauten oder energetische Maßnahmen. Eigentümer sollten Investitionen daher sauber priorisieren. Maßnahmen, die den Wohnwert erhöhen, den Energieverbrauch senken und die Vermarktungsfähigkeit stärken, gewinnen an Bedeutung. Wer verkaufen möchte, sollte sich ebenfalls gut positionieren. Käufer rechnen heute genauer und prüfen Belastungen gründlicher. Eine nachvollziehbare Dokumentation zu Zustand, Energieverbrauch, Modernisierungen und Nebenkosten schafft Vertrauen. Das verbessert die Verkaufschancen und verkürzt oft die Vermarktungsdauer. Tragfähige Finanzierung statt Wunschdenken Die vergangenen Jahre haben viele Marktteilnehmer an sehr niedrige Zinsen gewöhnt. Diese Phase ist vorbei. Umso wichtiger wird nun eine Finanzierung, die auch bei unerwarteten Mehrkosten Bestand hat. Käufer sollten ihre Rate nicht bis an die persönliche Obergrenze ausreizen. Rücklagen für Reparaturen, Umzug, Einrichtung und laufende Kosten gehören zwingend in die Planung. Gerade beim Neubau oder bei sanierungsbedürftigen Immobilien zeigt sich schnell, wie wertvoll konservative Annahmen sind. Baukosten, Materialpreise und Handwerkerleistungen lassen sich nicht immer punktgenau kalkulieren. Wer hier zu knapp rechnet, gerät leicht unter Druck. Eine solide Finanzierung nimmt solche Unsicherheiten auf, statt sie auszublenden. Aus Maklersicht zeigt sich derzeit ein klarer Trend: Erfolgreich kaufen vor allem jene Interessenten, die vorbereitet auftreten. Sie kennen ihre Finanzierungsmöglichkeiten, haben ihre Unterlagen griffbereit und treffen Entscheidungen auf Basis belastbarer Zahlen. Das wirkt nicht nur gegenüber Banken überzeugend, sondern auch im Wettbewerb um gefragte Immobilien. Was Kaufinteressenten jetzt konkret tun sollten Der aktuelle Markt verlangt keine Panik, aber klare Schritte. Zuerst steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie hoch darf die monatliche Rate wirklich sein, ohne die Lebensqualität einzuschränken? Wie viel Eigenkapital steht tatsächlich zur Verfügung? Welche Nebenkosten kommen zusätzlich auf den Tisch? Und welcher Modernisierungsbedarf entsteht nach dem Kauf? Danach folgt der Finanzierungsrahmen. Erst wenn dieser sauber abgesteckt ist, ergibt die Immobiliensuche wirklich Sinn. Wer seine Grenze kennt, sucht gezielter, verhandelt sicherer und spart am Ende oft Zeit und Geld. Parallel lohnt sich ein breiter Angebotsvergleich. Nicht jedes Darlehen passt zu jedem Vorhaben. Zinsbindung, Tilgung, Flexibilität und Reserven müssen zusammenpassen. Ebenso wichtig bleibt die Auswahl der Immobilie selbst. In Zeiten höherer Finanzierungskosten gewinnen Lagequalität, Energiezustand und Werthaltigkeit noch stärker an Gewicht. Eine scheinbar günstige Immobilie mit hohem Sanierungsbedarf kann sich am Ende als teurer erweisen als ein besser gepflegtes Objekt mit höherem Kaufpreis. Der Markt bleibt anspruchsvoll Steigende Bauzinsen erschweren die Finanzierung. Sie machen den Immobilienkauf jedoch nicht unmöglich. Wer heute realistisch plant, konsequent vergleicht und die eigene Belastbarkeit kennt, kann weiterhin gute Entscheidungen treffen. Gerade in bewegten Marktphasen entstehen für vorbereitete Käufer oft auch Chancen, weil nicht jeder Interessent handlungsfähig bleibt. Für Eigentümer gilt zugleich: Transparenz, Objektqualität und eine durchdachte Strategie gewinnen weiter an Bedeutung. Wer seine Immobilie professionell am Markt platziert und Kaufinteressenten mit klaren Fakten überzeugt, verbessert die Verkaufschancen spürbar. Am Ende zählt nicht allein der Zinssatz. Entscheidend bleibt das Gesamtbild aus Kaufpreis, Eigenkapital, Objektqualität, Finanzierungskonzept und langfristiger Sicherheit. Wer diese Punkte sauber zusammenführt, schafft eine belastbare Grundlage für den nächsten Schritt im Immobilienmarkt. Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bauzinsen--hausbau-immobilien-finanzierung-100.html Interview Journalist: Die Bauzinsen steigen wieder. Was sind die Hauptgründe dafür? Makler: Der wichtigste Treiber ist aktuell der Kapitalmarkt. Steigende Renditen bei Anleihen verteuern die Refinanzierung der Banken. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten und höhere Energiepreisrisiken. Das erhöht die Inflationserwartungen und wirkt sich direkt auf die Bauzinsen aus. Journalist: Viele schauen auf die EZB. Spielt sie noch eine zentrale Rolle? Makler: Sie bleibt wichtig, aber für Baufinanzierungen nicht allein entscheidend. Langfristige Zinsen hängen stärker vom Kapitalmarkt ab. Genau deshalb können Bauzinsen steigen, auch wenn die EZB keine direkten Änderungen vornimmt. Journalist: Was bedeutet das konkret für Kaufinteressenten? Makler: Die monatliche Rate wird noch wichtiger. Schon kleine Zinsanstiege erhöhen die Belastung deutlich. Viele müssen ihre Budgetplanung anpassen oder ihre Vorstellungen beim Kaufpreis überdenken. Journalist: Welche Rolle spielt Eigenkapital aktuell? Makler: Eine sehr große. Mehr Eigenkapital verbessert die Konditionen und reduziert das Risiko. Gerade bei steigenden Zinsen macht das einen klaren Unterschied. Journalist: Sollte man jetzt eher kaufen oder abwarten? Makler: Das hängt von der Situation ab. Wer gut vorbereitet ist und eine passende Immobilie gefunden hat, sollte nicht nur auf sinkende Zinsen hoffen. Wer noch unsicher ist, sollte zuerst die Finanzierung sauber klären. Journalist: Was ist aktuell der größte Fehler? Makler: Zu knapp zu kalkulieren. Viele unterschätzen Nebenkosten, Modernisierungen und laufende Ausgaben. Eine solide Finanzierung braucht immer Puffer.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt deutliche Erholungstendenzen. Nach einer Phase der Zurückhaltung beleben wieder mehr Menschen und Investoren den Markt. Besonders auffällig ist die steigende Nachfrage nach Immobilienkrediten – ein Indikator dafür, dass Vertrauen und Investitionsbereitschaft zurückkehren.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
In Deutschland verschlingt das Wohnen fast ein Viertel des verfügbaren Einkommens. Laut aktuellen Auswertungen von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt lag der Anteil 2024 bei 24,5 Prozent. Damit liegen die Deutschen deutlich über dem EU-Durchschnitt, der bei 19,2 Prozent liegt. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zu 2023 leicht entspannt – damals waren es noch 25,2 Prozent – dennoch gehört Deutschland weiterhin zur europäischen Spitzengruppe der teuersten Länder beim Wohnen.