Grundsteuer sorgt für Ärger – Was Eigentümer jetzt wissen müssen

Christian Stangl • 4. März 2025

Die neue Grundsteuer sorgt in Niedersachsen für Diskussionen. Seit Jahresbeginn gilt eine überarbeitete Berechnungsmethode, die viele Eigentümer vor unerwartete Kosten stellt. Während einige weniger zahlen als zuvor, müssen andere deutlich mehr aufbringen. Gleichzeitig kämpfen die Finanzämter mit einer Flut von Nachfragen und Einsprüchen.

Warum kommt es zu so vielen Beschwerden? Welche Fehler treten häufig auf? Und was können Eigentümer jetzt tun?

Warum die Grundsteuer reformiert wurde

Die Grundsteuer musste reformiert werden, weil das Bundesverfassungsgericht das alte Berechnungsverfahren 2018 für verfassungswidrig erklärte. Die neuen Regeln sollen gerechter sein, indem sie sich nicht mehr auf veraltete Einheitswerte, sondern auf aktuelle Berechnungsfaktoren stützen.

Entscheidend für die Steuerhöhe sind:

Der Messbetrag , den das Finanzamt auf Basis der Steuererklärung festlegt.

Der Hebesatz , den jede Stadt oder Gemeinde individuell bestimmt.

Viele Kommunen hatten angekündigt, dass die Reform „aufkommensneutral“ bleibt – also keine höheren Gesamteinnahmen erzielt werden. Doch das bedeutet nicht, dass die Steuer für alle gleich bleibt: Während einige Eigentümer entlastet werden, müssen andere deutlich mehr zahlen.

Fehlerhafte Bescheide: Warum so viele Eigentümer Einspruch einlegen

Bis Ende 2024 wurden in Niedersachsen rund 455.000 Hinweise auf mögliche Fehler in den Berechnungen registriert. Besonders häufig treten folgende Probleme auf:

Falsche Flächenangaben: Viele Eigentümer haben versehentlich Nutzflächen statt Wohnflächen eingetragen, was die Steuerberechnung verfälscht.

Nicht berücksichtigte Freibeträge: Garagen oder Gartenhäuser haben teilweise Steuerfreibeträge, die nicht immer angerechnet wurden.

Unklare Eigentumsverhältnisse: Fehlerhafte Angaben zu Miteigentumsanteilen können die Berechnung beeinflussen.

Viele Betroffene haben ihre Steuererklärung bereits 2022 abgegeben und bemerken erst jetzt, dass ihre Bescheide fehlerhaft sind. Die Finanzämter sind daher mit einer Welle von Einsprüchen und Korrekturanfragen konfrontiert.

Wer zahlt die Grundsteuer – und wer kann sie weiterreichen?

Grundsätzlich ist der Eigentümer eines Grundstücks oder einer Wohnung für die Grundsteuer verantwortlich. Vermieter dürfen die Steuer jedoch über die Nebenkostenabrechnung auf Mieter umlegen . Das bedeutet: Steigt die Grundsteuer, steigen auch die Mietnebenkosten.

Viele Eigentümer sind daher doppelt betroffen: Einerseits zahlen sie selbst mehr, andererseits könnten höhere Nebenkosten dazu führen, dass ihre Immobilien weniger attraktiv für Mieter werden.

Was tun, wenn der Bescheid fehlerhaft ist?

Eigentümer sollten ihren Grundsteuerbescheid genau prüfen . Dabei ist es wichtig, zwischen den beiden Komponenten zu unterscheiden:

Der Messbescheid wird vom Finanzamt erstellt und legt die steuerliche Bemessungsgrundlage fest. Hier kann Einspruch eingelegt werden, wenn Fehler vorliegen.

Der Grundsteuerbescheid wird von der Stadt oder Gemeinde verschickt. Beschwerden dazu müssen sich auf den Hebesatz beziehen, den die Kommune festlegt.

Ein Einspruch gegen den Messbescheid ist nur innerhalb eines Monats nach Erhalt möglich . Finanzminister Gerald Heere hat jedoch betont, dass berechtigte Korrekturen auch nach Ablauf der Frist noch berücksichtigt werden können.

Viele Eigentümer zahlen jetzt mehr Grundsteuer

Die höhere Grundsteuer ist nicht nur auf die Reform zurückzuführen. Viele Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren die Hebesätze erhöht , um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Das bedeutet: Auch ohne die neue Berechnungsmethode wäre die Steuer für viele gestiegen.

Wie hoch die neue Grundsteuer ausfällt, hängt daher nicht nur von den Finanzamtsberechnungen ab, sondern auch von politischen Entscheidungen auf kommunaler Ebene.

Warum die Grundsteuer für Städte und Gemeinden so wichtig ist

Die Grundsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen und finanziert unter anderem:

Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur

Schulen und Kindergärten

Feuerwehren und Rettungsdienste

Kulturelle und soziale Einrichtungen

2023 lag das Grundsteueraufkommen in Niedersachsen bei rund 1,5 Milliarden Euro . Ohne diese Einnahmen müssten viele öffentliche Leistungen gekürzt oder andere Abgaben erhöht werden.

Fazit: Grundsteuerbescheid sorgfältig prüfen

Die Reform der Grundsteuer sorgt für Unsicherheit – und nicht jeder Bescheid ist korrekt. Eigentümer sollten ihre Steuerbescheide genau prüfen und bei Unstimmigkeiten schnell handeln.

Geht es um den Messbetrag? Dann ist das Finanzamt der richtige Ansprechpartner.

Betrifft die Beschwerde den Hebesatz? Dann muss die Stadt oder Gemeinde kontaktiert werden.

Wer Fehler entdeckt, sollte nicht zögern. Auch nach Ablauf der Einspruchsfrist können unter bestimmten Umständen noch Korrekturen vorgenommen werden.



Interview

Journalist: Die neue Grundsteuer sorgt für viele Diskussionen. Was sind die häufigsten Beschwerden?
Steuerexperte: Die meisten Beschwerden drehen sich um falsche Flächenangaben und fehlende Freibeträge. Viele Eigentümer haben sich bei der Steuererklärung vertan oder wurden vom Finanzamt fehlerhaft erfasst.

Journalist: Können Eigentümer sich gegen falsche Bescheide wehren?
Steuerexperte: Ja, aber sie müssen schnell sein. Einsprüche gegen den Messbescheid sind nur einen Monat nach Erhalt möglich. Danach bleibt oft nur eine nachträgliche Korrektur durch das Finanzamt.

Journalist: Wie wirkt sich die Reform auf Vermieter und Mieter aus?
Steuerexperte: Vermieter können die Grundsteuer auf die Mieter umlegen, was zu höheren Nebenkosten führt. In ohnehin teuren Regionen könnte das den Mietmarkt weiter belasten.

Journalist: Viele Städte haben ihre Hebesätze erhöht. Welche Folgen hat das?
Steuerexperte: Auch ohne die Reform zahlen viele Eigentümer jetzt mehr. Die Hebesätze haben einen erheblichen Einfluss auf die Steuerlast und variieren von Stadt zu Stadt.

Journalist: Was sollten Eigentümer jetzt tun?
Steuerexperte: Ihren Grundsteuerbescheid genau prüfen! Bei Fehlern Einspruch einlegen oder eine Korrektur beantragen. Wer vermietet, sollte prüfen, wie sich die Steuer auf die Mietnebenkosten auswirkt.

von Christian Stangl 21. April 2026
Wer eine Immobilie kaufen, bauen oder ein bestehendes Darlehen neu ordnen will, spürt die aktuelle Entwicklung direkt im Geldbeutel. Banken haben ihre Bauzinsen wieder angehoben. Der Auslöser liegt nicht allein im Immobilienmarkt. Vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten, höhere Energiepreisrisiken und steigende Renditen am Anleihemarkt treiben die Finanzierungskosten nach oben. Für Kaufinteressenten und Eigentümer in der Region gewinnt eine solide Finanzplanung damit noch mehr Gewicht. Wer jetzt gut vorbereitet auftritt, klug vergleicht und realistisch rechnet, sichert sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin tragfähige Lösungen. Warum Bauzinsen aktuell steigen Viele Käufer schauen bei der Finanzierung zuerst auf die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Für Bauzinsen spielen jedoch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Banken refinanzieren Immobilienkredite über den Kapitalmarkt. Steigen dort die Renditen, verteuert sich auch die Kreditvergabe. Genau das zeigt sich derzeit. Die Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten hat die Sorgen vor anhaltend hohen Energiepreisen und neuer Inflationsdynamik verstärkt. Investoren verlangen deshalb höhere Renditen für langfristige Anleihen. Diese Entwicklung trifft die Baufinanzierung unmittelbar. Wenn sich Banken selbst teurer refinanzieren, geben sie die höheren Kosten an Kreditnehmer weiter. Für viele Haushalte wirkt der Anstieg auf den ersten Blick noch überschaubar. Schon wenige Zehntelprozentpunkte mehr verändern die monatliche Belastung jedoch spürbar. Vor allem bei größeren Darlehenssummen summieren sich kleine Unterschiede schnell zu mehreren tausend Euro über die Jahre. Was die höheren Zinsen konkret bedeuten Im Markt liegen die Konditionen für Immobilienkredite inzwischen deutlich höher als noch vor kurzer Zeit. Besonders bei längeren Zinsbindungen ziehen die Angebote an. Damit wächst für viele Kaufinteressenten die Frage, ob die geplante Immobilie noch in den eigenen Finanzrahmen passt. Ein Rechenbeispiel macht die Dimension deutlich: Wer eine Finanzierung über 340.000 Euro abschließt und nur 0,2 Prozentpunkte mehr zahlt, muss pro Jahr rund 600 Euro zusätzlich einplanen. Auf die Dauer einer Zinsbindung gerechnet entsteht daraus schnell ein erheblicher Mehrbetrag. Noch stärker fällt der Effekt aus, wenn parallel die Kaufpreise, die Baukosten oder die Nebenkosten steigen. Gerade in unserer Region beobachten viele Eigentümer und Interessenten einen doppelten Druck. Einerseits verteuern sich Finanzierungen. Andererseits bleiben gute Wohnlagen, moderne Grundrisse und energieeffiziente Immobilien gefragt. Wer heute kaufen will, muss deshalb genauer prüfen als noch vor einigen Jahren. Eigenkapital bleibt der stärkste Hebel In Phasen steigender Bauzinsen zählt Eigenkapital mehr denn je. Banken bewerten Finanzierungen mit hohem Eigenanteil deutlich positiver. Das Risiko sinkt aus Sicht des Kreditgebers. Genau deshalb fallen die angebotenen Zinsen meist günstiger aus. Wer nur wenig Eigenkapital einbringt, erhält oft deutlich schlechtere Konditionen. Hinzu kommt eine höhere monatliche Rate. Das kann den finanziellen Spielraum im Alltag stark einschränken. Für Käufer entsteht daraus ein klarer Auftrag: Kaufpreis, Nebenkosten, Modernisierungsbedarf und Reserven sollten von Anfang an sauber kalkuliert werden. Auch Eigentümer, die über einen Verkauf nachdenken, profitieren indirekt von diesem Zusammenhang. Kaufinteressenten achten heute stärker auf Planbarkeit und Folgekosten. Immobilien, die einen geringen Modernisierungsstau aufweisen oder energetisch bereits gut aufgestellt sind, lassen sich leichter finanzieren. Das kann die Vermarktung beschleunigen und den Kreis geeigneter Käufer erweitern. Jetzt kaufen oder besser abwarten? Diese Frage stellt sich derzeit fast jeder Kaufinteressent. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Wer noch auf Objektsuche ist, keine klare Budgetgrenze definiert hat oder finanziell knapp kalkulieren muss, sollte nicht unter Zeitdruck entscheiden. Eine Immobilie verlangt langfristige Stabilität. Ein überhasteter Kauf schafft selten Sicherheit. Anders sieht es aus, wenn die passende Immobilie bereits gefunden ist und die Finanzierung grundsätzlich tragfähig steht. Dann spricht vieles dafür, nicht auf fallende Zinsen zu spekulieren. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wann sich der Markt wieder beruhigt. Ebenso offen bleibt, wie stark weitere geopolitische Spannungen, Energiepreise oder Kapitalmarktzinsen die Konditionen beeinflussen. Wichtiger als das Hoffen auf einen günstigeren Zeitpunkt bleibt deshalb die Qualität der Vorbereitung. Wer Unterlagen vollständig vorliegen hat, das eigene Budget realistisch einschätzt und mehrere Angebote vergleicht, verbessert seine Position deutlich. In einem unruhigen Markt entscheidet oft nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern die bessere Finanzierung. Große Unterschiede zwischen den Banken Viele Interessenten unterschätzen, wie weit die Angebote einzelner Banken aktuell auseinanderliegen. Genau hier liegt aber enormes Einsparpotenzial. Die Spanne zwischen günstigen und teuren Finanzierungsangeboten fällt derzeit erheblich aus. Schon dadurch lassen sich Kosten im fünfstelligen Bereich vermeiden. Ein Vergleich lohnt sich aus mehreren Gründen. Banken bewerten Einkommen, Eigenkapital, Objektlage, Energieeffizienz und Darlehensstruktur unterschiedlich. Deshalb führt dieselbe Immobilie bei verschiedenen Anbietern oft zu spürbar anderen Konditionen. Hinzu kommen Unterschiede bei Sondertilgungen, Bereitstellungszinsen, Tilgungswechseln oder Forward-Optionen. Wer allein bei seiner Hausbank anfragt, vergibt oft Chancen. Mehrere Angebote schaffen Transparenz und stärken die Verhandlungsposition. Für Käufer in der Region bedeutet das: Nicht nur der Kaufpreis verdient Aufmerksamkeit. Die Struktur der Finanzierung beeinflusst die Gesamtkosten mindestens ebenso stark. Warum Eigentümer die Entwicklung ebenfalls im Blick behalten sollten Steigende Bauzinsen betreffen nicht nur Käufer. Auch Eigentümer sollten die aktuelle Lage aufmerksam verfolgen. Das gilt besonders bei geplanter Anschlussfinanzierung, bei Modernisierungsvorhaben oder bei einer Verkaufsabsicht in den kommenden Monaten. Wer in den nächsten Jahren aus der Zinsbindung fällt, sollte frühzeitig prüfen, welche Konditionen für die Anschlussfinanzierung realistisch erscheinen. Ein rechtzeitiger Blick auf Restschuld, Haushaltsrechnung und mögliche Sondertilgungen schafft Handlungsspielraum. In vielen Fällen lässt sich so vermeiden, dass eine spätere Finanzierung unter Druck zustande kommt. Auch Modernisierungen verdienen eine neue Kalkulation. Steigende Zinsen verteuern nicht nur den Erwerb, sondern auch kreditfinanzierte Sanierungen, Anbauten oder energetische Maßnahmen. Eigentümer sollten Investitionen daher sauber priorisieren. Maßnahmen, die den Wohnwert erhöhen, den Energieverbrauch senken und die Vermarktungsfähigkeit stärken, gewinnen an Bedeutung. Wer verkaufen möchte, sollte sich ebenfalls gut positionieren. Käufer rechnen heute genauer und prüfen Belastungen gründlicher. Eine nachvollziehbare Dokumentation zu Zustand, Energieverbrauch, Modernisierungen und Nebenkosten schafft Vertrauen. Das verbessert die Verkaufschancen und verkürzt oft die Vermarktungsdauer. Tragfähige Finanzierung statt Wunschdenken Die vergangenen Jahre haben viele Marktteilnehmer an sehr niedrige Zinsen gewöhnt. Diese Phase ist vorbei. Umso wichtiger wird nun eine Finanzierung, die auch bei unerwarteten Mehrkosten Bestand hat. Käufer sollten ihre Rate nicht bis an die persönliche Obergrenze ausreizen. Rücklagen für Reparaturen, Umzug, Einrichtung und laufende Kosten gehören zwingend in die Planung. Gerade beim Neubau oder bei sanierungsbedürftigen Immobilien zeigt sich schnell, wie wertvoll konservative Annahmen sind. Baukosten, Materialpreise und Handwerkerleistungen lassen sich nicht immer punktgenau kalkulieren. Wer hier zu knapp rechnet, gerät leicht unter Druck. Eine solide Finanzierung nimmt solche Unsicherheiten auf, statt sie auszublenden. Aus Maklersicht zeigt sich derzeit ein klarer Trend: Erfolgreich kaufen vor allem jene Interessenten, die vorbereitet auftreten. Sie kennen ihre Finanzierungsmöglichkeiten, haben ihre Unterlagen griffbereit und treffen Entscheidungen auf Basis belastbarer Zahlen. Das wirkt nicht nur gegenüber Banken überzeugend, sondern auch im Wettbewerb um gefragte Immobilien. Was Kaufinteressenten jetzt konkret tun sollten Der aktuelle Markt verlangt keine Panik, aber klare Schritte. Zuerst steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie hoch darf die monatliche Rate wirklich sein, ohne die Lebensqualität einzuschränken? Wie viel Eigenkapital steht tatsächlich zur Verfügung? Welche Nebenkosten kommen zusätzlich auf den Tisch? Und welcher Modernisierungsbedarf entsteht nach dem Kauf? Danach folgt der Finanzierungsrahmen. Erst wenn dieser sauber abgesteckt ist, ergibt die Immobiliensuche wirklich Sinn. Wer seine Grenze kennt, sucht gezielter, verhandelt sicherer und spart am Ende oft Zeit und Geld. Parallel lohnt sich ein breiter Angebotsvergleich. Nicht jedes Darlehen passt zu jedem Vorhaben. Zinsbindung, Tilgung, Flexibilität und Reserven müssen zusammenpassen. Ebenso wichtig bleibt die Auswahl der Immobilie selbst. In Zeiten höherer Finanzierungskosten gewinnen Lagequalität, Energiezustand und Werthaltigkeit noch stärker an Gewicht. Eine scheinbar günstige Immobilie mit hohem Sanierungsbedarf kann sich am Ende als teurer erweisen als ein besser gepflegtes Objekt mit höherem Kaufpreis. Der Markt bleibt anspruchsvoll Steigende Bauzinsen erschweren die Finanzierung. Sie machen den Immobilienkauf jedoch nicht unmöglich. Wer heute realistisch plant, konsequent vergleicht und die eigene Belastbarkeit kennt, kann weiterhin gute Entscheidungen treffen. Gerade in bewegten Marktphasen entstehen für vorbereitete Käufer oft auch Chancen, weil nicht jeder Interessent handlungsfähig bleibt. Für Eigentümer gilt zugleich: Transparenz, Objektqualität und eine durchdachte Strategie gewinnen weiter an Bedeutung. Wer seine Immobilie professionell am Markt platziert und Kaufinteressenten mit klaren Fakten überzeugt, verbessert die Verkaufschancen spürbar. Am Ende zählt nicht allein der Zinssatz. Entscheidend bleibt das Gesamtbild aus Kaufpreis, Eigenkapital, Objektqualität, Finanzierungskonzept und langfristiger Sicherheit. Wer diese Punkte sauber zusammenführt, schafft eine belastbare Grundlage für den nächsten Schritt im Immobilienmarkt. Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/bauzinsen--hausbau-immobilien-finanzierung-100.html Interview Journalist: Die Bauzinsen steigen wieder. Was sind die Hauptgründe dafür? Makler: Der wichtigste Treiber ist aktuell der Kapitalmarkt. Steigende Renditen bei Anleihen verteuern die Refinanzierung der Banken. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten und höhere Energiepreisrisiken. Das erhöht die Inflationserwartungen und wirkt sich direkt auf die Bauzinsen aus. Journalist: Viele schauen auf die EZB. Spielt sie noch eine zentrale Rolle? Makler: Sie bleibt wichtig, aber für Baufinanzierungen nicht allein entscheidend. Langfristige Zinsen hängen stärker vom Kapitalmarkt ab. Genau deshalb können Bauzinsen steigen, auch wenn die EZB keine direkten Änderungen vornimmt. Journalist: Was bedeutet das konkret für Kaufinteressenten? Makler: Die monatliche Rate wird noch wichtiger. Schon kleine Zinsanstiege erhöhen die Belastung deutlich. Viele müssen ihre Budgetplanung anpassen oder ihre Vorstellungen beim Kaufpreis überdenken. Journalist: Welche Rolle spielt Eigenkapital aktuell? Makler: Eine sehr große. Mehr Eigenkapital verbessert die Konditionen und reduziert das Risiko. Gerade bei steigenden Zinsen macht das einen klaren Unterschied. Journalist: Sollte man jetzt eher kaufen oder abwarten? Makler: Das hängt von der Situation ab. Wer gut vorbereitet ist und eine passende Immobilie gefunden hat, sollte nicht nur auf sinkende Zinsen hoffen. Wer noch unsicher ist, sollte zuerst die Finanzierung sauber klären. Journalist: Was ist aktuell der größte Fehler? Makler: Zu knapp zu kalkulieren. Viele unterschätzen Nebenkosten, Modernisierungen und laufende Ausgaben. Eine solide Finanzierung braucht immer Puffer.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt deutliche Erholungstendenzen. Nach einer Phase der Zurückhaltung beleben wieder mehr Menschen und Investoren den Markt. Besonders auffällig ist die steigende Nachfrage nach Immobilienkrediten – ein Indikator dafür, dass Vertrauen und Investitionsbereitschaft zurückkehren.
von Christian Stangl 28. Mai 2025
In Deutschland verschlingt das Wohnen fast ein Viertel des verfügbaren Einkommens. Laut aktuellen Auswertungen von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt lag der Anteil 2024 bei 24,5 Prozent. Damit liegen die Deutschen deutlich über dem EU-Durchschnitt, der bei 19,2 Prozent liegt. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zu 2023 leicht entspannt – damals waren es noch 25,2 Prozent – dennoch gehört Deutschland weiterhin zur europäischen Spitzengruppe der teuersten Länder beim Wohnen.